Max Liebermann Ausstellung im Kunstpalast: Ein Spaziergang durch vergangene Zeiten

Foto: Horst Kolberg

Max Liebermann, Selbstbildnis mit Pinsel und Palette, 1913, Öl auf Leinwand, 89 × 72,3 cm, Kunstpalast, Düsseldorf, Foto: Horst Kolberg

Echte Menschen, echte Szenen, das echte wahrhaftige Leben: Hart arbeitende Frauen und Männer auf dem Lande, die das Feld pflügen und Kartoffeln ernten oder in der Weberstube zugange sind. Aber auch Motive bürgerlicher Freizeit, von Badenden in der Nordsee, einer Bootsfahrt auf der Alster oder der Blick aufs farbenfrohe Blumenbeet im Sommerhaus am Wannsee, zeigt die aktuelle Ausstellung im Kunstpalast.

 Vertreter des deutschen Impressionismus

Sie ist Max Liebermann gewidmet, einem der bedeutendsten Vertreter des deutschen Impressionismus. Er blieb seiner Vorliebe für eine naturalistische Darstellungsweise und sozialer Thematik stets treu. Das brachte ihm zeitweise auch das Image als „Maler des Hässlichen“ ein.
Die Arbeiten des Berliner Künstlers, der als Wegbegleiter der modernen Kunst in Deutschland nach 1900 gilt, zeigen in der Ausstellung „Ich. Max Liebermann. Ein europäischer Künstler“ ein Leben vergangener Tage, das gleichzeitig so schmutzig wie auch schön sein konnte. Die Bilder machen Sehnsucht nach einem friedvollen Spaziergang in der Natur, einem Ausflug ins Grüne oder Zeit am Meer.

Realismus und ungeschönte Darstellung

Kunstpalast, Mai 2019, Foto: Anne Orthen

Die Ausstellung umfasst rund 120 Gemälde und präsentiert ausgewählte Werke Liebermanns neben Werken seiner Malerkolleg:innen aus verschiedenen europäischen Kunstzentren. Immer wieder wird vor allem Liebermanns Prägung durch die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts, die für ihren Realismus und ungeschönte Darstellung alltäglicher Momente bekannt war, sichtbar. So ist es nicht verwunderlich, dass Arbeiten großartiger niederländischer Maler wie Vincent van Gogh oder Isaackszoon van Ruisdaal ebenfalls in einer Reihe mit den Werken Liebermanns gezeigt werden.

Die Führung durch die gesamten Lebenswerke

Schon am Eingang der Ausstellung wird man vom weltberühmten Selbstbildnis des Malers von 1913 empfangen. Es war ein bisschen so, als würde mich der Künstler selbst an die Hand nehmen und durch sein gesamtes Lebenswerk führen. Die Ausstellungsräume sind sehr übersichtlich und klar strukturiert, sogar die Wandfarbe zeigt einem symbolisch an, wann man in die nächste Schaffenszeit bzw. in das nächste vom Künstler bevorzugte Thema wechselt.
Kurze, präzise Texte an der Wand der Ausstellungsräume geben den Besucher:innen immer wieder zusätzlich einen kurzen Überblick über Liebermanns Werdegang, nennen Künstlerfreude, die ihn prägten, berichten über seine Reisen und Motive, die ihn fortwährend begleiteten. Getrieben war Liebermann stets von seinem Vorsatz „Ein guter Maler muss ich werden“.

Wer auch einen Spaziergang durch vergangene Zeiten erleben will, der kann noch bis zum 08. Mai die Ausstellung im Kunstpalast besuchen – es lohnt sich!
Wenn Sie direkt ein Wochenende lang in Düsseldorf bleiben möchten, können Sie hier ein Zimmer im Hotel Indigo buchen.

Eure
Katja

PS: In Düsseldorf fand Liebermann übrigens die Inspiration für sein erstes berühmtes Bild “Die Gänserupferinnen”.

 

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